
Aktualisiert am 28. September 2026
Im Juli 2018 bin ich nach London gereist. Nicht für ein Projekt, nicht dienstlich – und doch als frisch gestarteter Verwaltungsmitarbeiter. Die OneTeamGov Global Unconference in Westminster war mein Ziel. 700 Menschen aus 47 Ländern, alle irgendwie im öffentlichen Sektor tätig, alle mit der gleichen Grundhaltung: Verwaltung kann besser sein – und wir wollen etwas dazu beitragen.
Kein Podium. Keine Referate. Die Agenda entstand vor Ort, gemeinsam, auf A6-Zetteln. Wer ein Thema einbringen wollte, brachte es ein. Die anderen stimmten mit den Füssen ab – buchstäblich.
Ich habe an diesem Tag wenig von Hand notiert und noch weniger auf meinem Smartphone getippt. Was mich unter anderem beschäftigt hat: Wie bringt man Entscheidungsträger:innen dazu, die Realität ihrer Nutzer:innen zu spüren – nicht mittels Powerpoint-Folien, sondern als echte Erfahrung? Was motiviert Organisationen zur Zusammenarbeit, wenn Geld – wie in der Schweiz (damalige These:) oft – kein Hebel ist? Wie schafft man Formate, in denen Menschen bereit sind, ihre echten Probleme miteinander zu teilen, nicht nur ihre Erfolge?
Antworten gab es keine fertigen. Aber Ideen: ‚Show & Tells‘ im Zweiwochenrhythmus, ‚Cross-governmental Meetups‘, ‚Peer-Learning‘-Formate. Und viele kleine, praktische Dinge.
Was mich an diesem Tag am meisten beschäftigt hat, war nicht ein einzelnes Thema. Es war die Erkenntnis, dass Menschen, die in Verwaltungen arbeiten und etwas verändern wollen, sich oft sehr allein fühlen – und dass diese Einsamkeit verschwindet, sobald man sie in einem Raum zusammenbringt.
Vor acht Jahre bin ich aus London zurückgekehrt mit ein paar Notizen, vielen neuen Kontakten und dem Gedanken: Das brauchen wir auch in der Schweiz.
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Für diesen Oktober planten wir in Zürich etwas Ähnliches

Auf den 30. und 31. Oktober 2026 organisierten wir in Zürich die Unconference „Staat mal anders – denk die Verwaltung neu“. Rund 50 Praktiker:innen aus Schweizer Verwaltungen, eineinhalb Tage, eine Agenda, die wir gemeinsam aufstellen. Keine Keynotes, keine Panels. „Nur“ Menschen, die etwas bewegt, das sie mit anderen teilen wollen.
Der Teilnahmebeitrag betrug CHF 180. Alles Weitere und warum wir Ende September entschieden haben, die Veranstaltung abzusagen auf: staatmalanders.ch (Absage)
Falls du im öffentlichen Sektor arbeitest und das hier liest: Du bist gemeint.
Unsere Unconference von Verwaltungspraktiker:innen für Verwaltungspraktiker:innen ist eine einmalige Gelegenheit.
Ich hoffe wir sehen uns bei einem nächsten Mal.
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